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Womit man eine Festung ausrüsten muß

Sind die Werte vollendet, so muß die Festung mit allem ausgerüstet werden, was zu einer Belagerung nötig ist. Liegt sie an der Grenze, so ist sie zur Verteidigung einzurichten und gleichzeitig mit Lebensmitteln und Munition zu versehen, um die Unternehmungen Eurer Armee gegen Eure Feinde zu erleichtern. Was den ersten Punkt betrifft, so können die Festungswerke als die geringste Ausgabe betrachtet werden. Alsdann sind große Kasernen zur Aufnahme zahlreicher Truppen zu errichten und mit Betten und anderen erforderlichen Utensilien auszustatten. Auch kann ein großes Lazarett zur sicheren Unterbringung der Kranken und Verwundeten erbaut werden. Ein Zeughaus mit zahlreichem Geschütz ist nötig, mit Zwölf, und VierundzwanzigPfändern für die Wälle, mit Drei- und Sechspfündern für den gedeckten Weg und mit Mörsern im Verhältnis zu den Werken. Der Bau der Pulvermagazine erfordert nicht weniger Aufmerksamkeit und Kosten. Gewöhnlich legt man sie in die Schultern der Ravelins an die Stelle, wo man am wenigsten einen Angriff befürchtet. Größere legt man sogar dicht bei Flüssen an und baut die Mauern auf der der Stadt abgewandten Seite schwächer, damit eine etwaige Explosion der Stadt und den Befestigungen nichts schaden kann. Sind die Werke einer Stadt mit Minen versehen, so braucht sie viel mehr Pulver als eine Festung ohne unterirdische Verteidigungsan, stalten. 8 000 Zentner Pulver sind für eine Stadt von mittlerer Größe nicht zuviel. Man rechnet 1 000 Kugeln auf das Geschütz, 500 Bomben auf jeden Mörser und einige Millionen Gewehrkugeln für das Infanteriefeuer. Alles in allem gerechnet, braucht der einzelne Mann der Besatzung 1800 Schüsse. Ebenso rechnet man drei Gewehre pro Kopf. Die Artilleriemagazine sind zu füllen mit Schwefel, Salpeter, Lunten, Blei, Eisen, Teer, Seilen, Hacken, Bellen, Schaufeln, Ersatzlafetten, Sattel, wagen, Sturmhaten und all den Werkzeugen, deren eine belagerte Stadt zu ihrer Ver-