<20>Was ich im Reim zu schildern nicht verstehe!
Flugs kommt Diana nun aus ihrem Hage
Und spricht: „Zu ihrer Kurzweil trage
„Die Weidlust bei im keuschen Hain,
„Und es lustwandle nicht allein
„Die Fürstin dort: sie jage!“1

Da wimmelt es von Wild am Bergesrand;
Im Waldesdickicht rudeln sich die Hinden;
Den Hirsch erlegst Du mit geschickter Hand;
Der Eber muß ein jähes Ende finden.
Der Fuchs wird aufgestöbert und gestellt;
Von Deinen wohlgezielten Schüssen fällt
Aus freier Luft das Rebhuhn, der Fasan,
Und blitzgeschwind triffst Du den Auerhahn.

Als nun Apoll der Schwester Gaben sieht,
Will er Dir seine sanftre Lust bescheren,
Und mit der Schar der Musen zieht
Er in das Haus, das Du der Kunst zu Ehren
Erbautest. Melpomenes Spiel
Voll Gift und Dolch und wilder Leidenschaft
Gibt Deinem Blick ein neues Ziel
Und hält den Geist in banger Haft.

Nun kommt Thalia an die Reih',
Die streng bei aller Narretei
An Menschentorheit sich ergötzt
Und uns mit ihres Spottes Lauge ätzt.

Doch in Italiens Zauberklang
Tönt Polyhymnias Gesang
Zur süßen Harmonie der Saiten;
Zum Feenschlosse wird das Haus,
Und märchenhafte Schätze breiten
Sich vor den trunknen Augen aus.
Im Blumenflor schlingt nun den Reigen
Therpsichore zum Klang der Geigen,


1 Zur Stärkung ihrer Gesundheit war der Markgräfin von den Ärzten die Jagd verordnet.