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Falle ich, so ist mein Wille, daß mein Leib nach Römerart verbrannt und in einer Urne in Rheinsberg beigesetzt werde. Knobelsdorff1 soll mir ein Grabdenkmal errichten, wie das des Horaz im Tuskulum2.

Ich werde Ihnen eine eingehende Schrift zugehen lassen mit meinen Gedanken über die Weltlage, über das, was mir für heut und für die Zukunft geraten scheint. Mag dann mein Nachfolger nach eigenem Ermessen und dem Wandel der VerHältnisse gemäß verfahren. Vielleicht mache ich diese Arbeit umsonst, doch auch überflüssige Vorkehrungen sind nicht so vom Übel, wie alles dem Zufall allein zu überlassen, was sich nicht voraussehen läßt. Leben Sie wohl, lieber Freund, vergessen Sie mich nicht.

F r i d e r i ch.


1 Freiherr Johann Georg Wenzel von Knobelsdorff, der Freund des Königs und Surintendant der königlichen Schlösser.

2 Wohl eine Verwechslung mit dem sogenannten Grab der Horatier bei Albano.