<150> waren, ging die preußische Kavallerie durch eine Furt über den Fluß und traf so rechtzeitig auf den Feind, daß Hadik 200 Mann und drei Kanonen verlor1. Dohna folgte Wedell von Eilenburg aus und rückte auf Leipzig vor, das die Reichstruppen umzingelt hatten. Durch Hadiks Schlappe eingeschüchtert, wartete der Prinz von Zweibrücken den Anmarsch der Preußen nicht ab, sondern hob die Belagerung auf und zog sich eilig nach Kolditz zurück. Von da rückte er nach Plauen und ins Reich ab, um bei Hof und Bayreuth Winterquartiere zu beziehen.

Während der Prinz von Zweibrücken und Hadik ins Reich flohen, rückte Feldmarschall Daun auf Dresden2. Da das preußische Korps bei Kesselsdorf gar zu exponiert stand, ging es über die Elbe und lagerte vor der Dresdener Neustadt zwischen dem Fischhaus und den Scheunen. Als Schmettau, der Kommandant von Dresden, merkte, daß die Österreicher die Pirnaer Vorstadt besetzen wollten, ließ er sie in Brand setzen (10. November). Feldmarschall Daun schonte den jungen Hof, der sich in Dresden befand; sonst wäre er wohl unternehmender gewesen. Indes waren auch die Stadtgräben in gutem Zustand. Der König hatte Schlesien verlassen. Seine Avantgarde stand bei Weißenberg3, sodaß der Kommandant mit voller Sicherheit Hilfe abwarten konnte. Durch die Rückkehr des Königs wurden Dauns Pläne vollends über den Haufen geworfen. Dohna hatte die Reichstruppen abgefertigt, die Jahreszeit war vorgerückt, und die Armee des Königs konnte in drei Märschen in Dresden sein. Alle diese Erwägungen bestimmten den Feldmarschall zum Rückzuge. Am 16. brach er von Gruna und Leubnitz auf und zog sich nach Böhmen zurück, wo er seine Truppen in die Winterquartiere legte.

Auf die Nachricht von seinem Abzug erhielt Markgraf Karl, der mit dem Gros der Armee bei Görlitz stand, Befehl, die Truppen nach Schlesien zurückzuführen. Der König, der sich bei Weißenberg befand, eilte nach Dresden, wo er die Anordnungen für die Winterquartiere traf. Dohna kehrte nach Pommern und Mecklenburg zurück. Hülsen besetzte Freiberg an der böhmischen Grenze. Itzenplitz befehligte in Zwickau, und in Schlesien wurde die Kette der Winterquartiere längs der böhmischen Grenze von Greiffenberg bis Glatz gezogen. Fouqué schließlich besetzte Jägerndorf, Leobschütz, Neustadt und Umgegend.

Nur kurz haben wir den Feldzug gegen die Schweden erwähnt, denen nur Detachements der Stettiner Besatzung entgegengetreten waren, bis der König Wedell aus dem Lager von Rammenau in der Lausitz nach Pommern schickte4. Die Heldentaten der Schweden bestanden darin, daß sie ins flache Land vordrangen, wo sie keinen Widerstand fanden. Ein schwaches Detachement warf sie wieder in die Defensive zurück. Weit entfernt, Eroberungen gemacht zu haben, waren sie nur allzu froh, daß man sie den Winter über in der Gegend von Stralsund kantonnieren ließ.


1 Gefecht bei Eilenburg, 15. November 1758.

2 Am 7. November 1758 bezog Daun das Lager bei Lockwitz, 1 1/4 Meile südöstlich von Dresden.

3 Am 8. November 1758 hatte der König den Rückmarsch von Neiße angetreten und stand am 17. bei Weißenberg.

4 Vgl. S. 142.