<163>Oft kann ein Zufall eine Schlacht entscheiden;1
Und dank' auch ich ihm manchen Ehrentag,
So mußte doch auch manchen Schlag
Ich meinerseits vom Feind erleiden,
Wo ich urplötzlich unterlag.2
Doch jener Mann, auf dem der Segen
Des römischen Antichristen ruht,3
Ein guter Fabius allerwegen,
Der jüngst erst stärkte seinen Mut
Durch ein Barett, das als Symbol
Von eitlem Ruhm ihn krönen soll,
Der gibt nun nachts sein Lager auf.
Ich will's nicht grade Flucht benennen,
Doch sollten wir gar bald erkennen,
Daß ihn von dannen trägt sein Lauf,
Wird ein gewisser Herzog4 wie Neptun
Mit seinem Dreizack ewigen Ruhm erkämpfen,
Den bösen Sturm mit einem Worte dämpfen
Und Frankreich retten, müßt' er es auch tun
Ohne Einsicht, ohne Held,
Ohne Kanada und ohne Geld,
Da ihm schon fast der Untergang beschieden.
Mit Anstand neigt er sich und sagt:
„Beim heiligen Georg, Gott seis geklagt,
„Geliebtes Albion, gib uns den Frieden!“

Nimmt diese unerhoffte Kunde
Aus dem geheimen Hintergrunde
Der Kabinette ihren Lauf,
Dann häng' ich Helm und Degen auf
Und meide diese Stätte schnell,
Um künftig in des Alters Tagen,
Mich labend an der Weisheit Quell,
In Sanssouci mich zu vergraben.


1 Vgl. S. 121 f.

2 Schlacht bei Kunersdorf, 12. August 1759 (vgl. Bd. IV, S. 15 ff.).

3 Daun (vgl. S. 161).

4 Der Herzog von Choiseul, der Leiter der auswärtigen Politik Frankreichs.