7. AN DENSELBEN.

(Den 14. December 1745.)

Nun gehet es auf Meissen und die Porzellan-Fabrique los,3_148-a wie Du es sagest, und kommt von beiden Seiten das Unglück unsern Feinden auf den Hals. Der Friede wird ihnen angeboten,3_148-b und will mir es nicht gelingen, so ist meine Seele an allem Uebel unschuldig. Ich thue das wenigste Böse hier, was ich kann; aber eine feindliche Armee im Lande ist ein grosses Unglück und ein Schade dar Gott einen jeden darvor bewahre, der es abwenden kann.

Meine Gesundheit ist durch etwas Ruhe wieder etwas in Ordnung gekommen, aber der Schlaf und Appetit fehlet mir und bin ich wie die schwangeren Weiber, die unordentliche Lüste haben; aber es will doch nicht recht fort.

Ich kann den Tag nicht bestimmen von meiner Rückkunft; in<149>dessen werde ich mit Ehren die berliner Thüren wiedersehen und bringe entweder den Frieden oder den völligen Untergang meiner Feinde mit. Mache man zu vielen guten Sachen Anstalt. Acht Tage später verschlagen bei so wichtigen Gelegenheiten nichts; das aber nehme mir vor, diesen Winter mir auf alle Weise, wie Du wohl weisst, was zu gute zu thun. Ich weiss nicht, wor mich mein Stern noch herum promeniren wird; indessen mache was ich kann und lasse die Sachen gehen, in so weit ich sie nicht ändern kann. Hier ist Alles besser preussisch als sächsisch. Gott bewahre Dich.


3_148-a Siehe Band III., S. 176.

3_148-b A. a. O., S. 176, 177 und 205 ff.