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24. AN DEN KÖNIG FRIEDRICH WILHELM I.

Cüstrin, den 15. September 1731.



Allergnädigster König und Herr,

Ich habe heute mit allerunterthänigster Submission meines allergnädigsten Vaters Brief erhalten, und werde nicht ermangeln, Dero Befehle nach, diese Woche nach Carzig zu gehen, und. nachdem Alles in Augenschein genommen, einen gründlichen Bericht und Anschlag darvon abzustatten. Der Landmesser gehet heute hin, und, sobald er diesen Ort ausgemessen, so werde selbst hingehen. Diese Woche bin ich, als Mittwoch, nach Quartschen gewesen und habe dieses Amt in völligen Augenschein genommen, und ist dieses in recht gutem Stande, und thut die Schäferei und Brauwesen ein Ansehnliches dabei. Freitag, als gestern, bin ich in Golzow gewesen, woselbst sehr gutes und egales Land ist, und traget egal das fünfte Korn. Nachdem ich das Amt gesehen, welches lauter Weizenland ist, so hat mich der Heidereiter im Walde zum Pirschen geführet. Stärkere Hirsche als Vierzehner sind nicht auf der Heide und im Bruche, wie er saget : der stärkste, so ich gesehen, ist nur ein ungrader Zehner, sonsten aber habe wohl über sechs Rudel von zwanzig bis dreissig Hirschen und Thieren gesehen; es ist aber sehr schwer, ihnen anzukommen. Ein Thier habe angeschossen, weil aber der dasige Jäger keinen Schweisshund hat, so konnten wir dieses Schmalthier nicht verfolgen. Sonsten habe mich die Woche zu unterschiedenen Malen zum Schiessen mit der Flinte und der Büchse exerciret. Heute Nachmittag werde auch noch auf dem Wall nach dem Ziel schiessen und nachgehends ausreiten. Vergangenen Sonntag habe bei dem Gouverneura gegessen, und vergangenen Mittwoch Abend habe bei dem


a General-Major Otto Gustav von Lepel.