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26. Kapitel Verschiedene Avantgarden

In allen Fällen muß die Avantgarde mit der größten Vorsicht marschieren. Die Husaren müssen zur Aufklärung vorausreiten und ihre Spitze eine halbe Meile vor den Haupttrupp vorausschicken. Sie müssen alle Gehölze, Dörfer, Talgründe, Eng? wege und Anhöhen absuchen, um die Fallen und Hinterhalte, die auf dem Wege gelegt sein können, zu entdecken und des Feindes Stellung, Stärke und Bewegungen auszukundschaften, damit der Heerführer alles, was vorgeht, im voraus erfährt, seine Vorkehrungen danach treffen und je nach den Umständen seine Anordnungen ändern kann. Wer diese Vorsichtsmaßregeln außer acht läßt, kann in einen Hinterhalt tappen oder unvermutet einem überlegenen feindlichen Korps gegenüberstehen, das ihn vernichtet, bevor er sich zurückziehen kann.

Marschiert die Armee nur aus einem Lager ins andre, so muß die Kavallerie den neuen Lagerplatz vom Feinde säubern und die Fourierschützen, die das Lager abstecken, decken. Die Infanterie168-1 kann hinter Hecken, Bäche, in Dörfer, Gehölze usw. gestellt werden. Ist der Feind aber nahe, so muß die Infanterie beisammen bleiben. In bergigen Gegenden muß sie die beherrschenden Kuppen und Rücken der Berge besetzen.

Wird eine Avantgarde vorgeschickt, um sich einer wichtigen Stellung zu bemächtigen, so muß sie diese so schnell wie möglich einnehmen, sich darin, soweit es die Zeit erlaubt, mit spanischen Reitern oder aufgeworfenen Befestigungen verschanzen und ihre Batterien gut in Stellung bringen. Marschiert eine Avantgarde geraden? wegs gegen den Feind, dem man eine Schlacht liefern will, so darf sie nur eine kleine Viertelmeile voraus sein und muß alles, was sie an Kavallerie und leichten Truppen vor sich findet, verjagen, sich aber wohl hüten, mit dem Feind ein ernstes Gefecht anzufangen, bevor die Armee herangerückt ist.


168-1 D. h. die Bedeckung der Founerschützen.